… Welch grässliches Wort! Die Hure Dienstleister und ihr ewiger Kampf mit Ego und Werk. Man stellt etwas her und gibt seine Arbeitskraft. Man schöpft, dichtet, formt und denkt und muß es dann immer noch auch etikettieren, bepreisen, anpreisen und vertreiben.
“Vertrieb!” Welch scheussaliges Wort! Jedesmal zucke ich zusammen, wenn ich es höre. Nicht weil es mich an das Schicksal meiner Großeltern und Elterngeneration erinnert – was aber auch mal bedacht werden sollte – sondern weil ich mir immer kein Bild von “Vertrieb” machen kann. “Ich bin im Vertrieb.” Wenn das einer sagt in der Branche, was macht er dann eigentlich genau? Ich bin ja im “Design” – das ist schon greifbarer, wenn auch schwammig. Ich werde noch geformt oder lackiert? Bei den Herren Softwareentwicklern ist es dann auch schon wieder lustig “Ich bin in der Entwicklung…” Heißt dann wohl, dass da jemand programmiert. Was macht aber jemand im “Vertrieb” genau? Oder ist er in der “Beratung”? Wird er beraten? Berät er? Braucht er Hilfe? Braucht dann der Kollege im Vertrieb nicht auch welche..? Fragen über Fragen.
Gut, ich gebe zu, ich weiß mehr als ich hier andeute, muß ich mich doch gerade auch um die Vermarktung meines Buches kümmern. Die läuft auf allen Kanälen – und da es sich um ein klassisches Kinderbuch mit einer klar definierten Zielgruppe >>klassische Kinder, die von ihren Eltern Geschichten aus Büchern vorgelesen bekommen<< handelt, meine ich mit allen Kanälen wirklich alle Kanäle! Von Youtube bis WordofMouth beim Kindergeburtstag, vom Beitrag im Elternforum bis zum Handzettel im Kindergarten. Die Zielgruppe ist hart und brutal und ich werde mein Bestes geben im … xmedial MULTICHANNEL COMMERCIAL WARFARE … oder wie man es nennen will.
Kurzum, mein Buch hat man hoffentlich beim Erreichen dieser Seiten hier bemerkt. Die Bestellmöglichkeiten sind ausreichend und so möchte ich in diesem Artikel Buch führen über die Aktivitäten, die ich zum Vertrieb und der Selbstvermaktung meines Werkes unternehme.
1) Mein Buch erscheint gelistet bei Amazon.
Leider sieht das Coverbild dort grässlich aus! Ich lade eigene Bilder hoch – was ja jeder Amazonkunde darf – und ärgere mich über die Satzfehler in der Kurzbeschreibung der Amazon-Redaktion. Copy & Paste ist doch nicht so schwierig!
2) Ich schreibe eine Mail an die Pressestelle von Tchibo.
Warum? Weil ich Weihnachten letzten Jahres einen Tchibo-BOD-Gutschein geschenkt bekam, der durch seine Terminierung Antrieb für dieses Projekt gab. Vielleicht interessiert das ja jemand bei Tchibo?
4) Eintrag ins BOD Forum und Vorstellung als Neuautor.
Dort tummelt sich eine illustre Sammlung von Kreativen aus deren zahlreichen Forenbeiträgen ich sehr viel Wissenwertes lernen konnte.
5) Amazon Forum “Gute Kinderbücher”.
Klar warum nicht? Ganz eitel mal einen Link zu meinem Buch da reingesetzt. Ich bin eingeloggt, selbst Amazonkunde und auch Autor, also warum lange zögern?
5) Ein Schreiben an Johnny Häusler vom Spreeblick mit der ganz und gar unaufdringlichen Anfrage und Bitte um Erwähnung oder gar Besprechung meines Werkes.
Der gute Mann lebt das vor, wovon alle träumen, die jemals eine Website registriert haben. Erfolgreicher, geistreicher Podcaster, unabhängiger Meinungsmacher, Blogger, Verleger etc. und vor einigen Jahren Vorbild und Inspiration für einen Podcast in dem auch meine Stimme zu hören war.
6) Interaktive online Leseprobe bei issuu! Klingt fantastischer als es ist und ersetzt nicht das Buch in der Hand am Kinderbette.
Lange überlege ich schon, ob ich das komplette Buch dort reinstelle, habe mich dann aber für einen eher klassischen Marketingweg entschlossen und es auf die ersten 30 Seiten beschränkt.
7) Banner.
Klar heute geht alles nur noch über Links und Google, da ich aber ein Freund des charmanten Verlinkens und Verkettens eigentlich bin, habe ich einen kleinen Stapel Banner von einem befreundeten Designer bauen lassen.
8) Kindergeburtstag in der Nachbarschaft.
Auf die unter anwesenden Eltern übliche Smalltalk-Fragen nach Beruf. “Designer, Websites… e-commerce… online… “, lasse ich zum ersten Mal, “… und ich habe gerade ein Kinderbuch veröffentlicht…”, folgen. Das noch ein wenig ausgeschmückt und durch die einprägsame Nennung des Titels “S C H A F E Z Ä H L E N – d a s k a n n d o c h j e d e r !” untermauert, versuche ich meine Leserschaft Vorleserschaft charmant lächelnd zu erweitern.
9) Ich füge hier im BLOG ein SOCIAL BOOKMARK PLUGIN ein.
Davon gibt es Dutzende und ich habe nicht die Zeit mir alle anzuschauen. Ich habe mich dann einfach mal für ein “deutsches produkt” entschieden und grüße den Autor recht herzlich mit Dank. Rechts – in meiner Marginalspalte – findet sich eines dieser bunten Häufchen von Icons, die zu den jeweiligen Diensten verlinken. Gerne darf der werte Leser hiervon im positiven Sinne Gebrauch machen. Ich gebe zu – ich kenne gar nicht alle Dienste.
10) Ich schreibe an die Lokalpresse
Als Westhamburger liegt es nahe sich der Altonalen oder eben Blankeneser Kulturszene zu präsentieren. Da ich quasi genau in der Mitter wohne, strecke ich meine Fühler in beide Richtungen aus.
11) Ich trete auf XING einer Gruppe zum Thema Vertrieb & Verkauf bei.
12) Ich registriere mein Buch bei google base, ohne wirklich ganz zu verstehen, was mir das bringt. Aber google ist überall also kann das nicht so verkehrt sein.
13) Ich schreibe an buecherkinder.de und frage höflichst, ob ich dort mit meinem Werk evtl. erwähnt werden könnte. Die Seiten haben mir in der Recherchephase für mein Buch sehr geholfen.
14) Google ADWORD Kampagne. Ich bin mir immer noch nicht sicher ob ich es mal ausprobieren soll. Leider finde ich den Gutscheincode auch nicht wieder, den ich nach Eröffnung des Kontos erhalten habe.
15) Stiftung Lesen. Ein guter Name in Deutschland und ich habe sogar vor 10 Jahren eine CD-Rom für die gemacht. Ganz naiv und freundlich stelle ich auch dort mein Werk vor – bekomme auch in kürzester Zeit von einer freundlichen Dame Rückmeldung und Lob. “…Nur leider könne man mein Werk nicht berücksichtigen, weil es nicht von einem Verlag verlegt wird.” Da muß ich mal kurz grübeln und freundlich im mail protestieren. Mein Verlag ist BOD, oder habe ich da was völlig falsch verstanden?
16) ich monetarisiere meinen Blog an allen Ecken und Enden. Damit habe ich überhaupt kein Problem. Ich habe mir einen Herzenswunsch erfüllt und mein Buch fertiggestellt. Aber ganz klar – ich will meinen Schatz auch verkaufen. Und wer verkauft, der wird auch für andere interessant oder eben nicht.
17) Und natürlich muß der Ignatzius Igelpi auf Twitter auch zu finden sein. Wo sind die Schafe, die ihm folgen?
18) Oh ich habe ganz facebook vergessen. Klar findet man mich dort auch und alle meine Freunde und Bekannten müßen leider ertragen, dass ich dort ab und an Werbung für “Schafe zählen – das kann doch jeder!” mache.
…) Weiter Aktionen folgen…
“Lesung im Kindergarten…” etc.
Für jegliche Form von Anregung, Unterstützung bin ich sehr empfänglich, dafür gibt es auf dieser Seite die Kommentarfunktion oder natürlich die Möglichkeit mir zu schreiben. Ach, und ich suche immer noch einen coolen Schäfer in der Nähe von Hamburg!

„Schafe zählen – das kann doch jeder!“
Paperback – 74 Seiten – über 40 farbige Illustrationen
ISBN: 978-3-8391-0055-4
Eigentlich ist bei Bauer Ignatzius Igelpi und seinen Tieren alles in bester Ordnung. Bis zu dem Tag als er diesen seltsamen brief vom Bürgermeister bekommt. Eine Geschichte über das Zählen von Schafen und was einem alles dabei passieren kann.



One Comment
Ich merke gerade das ich diesen Blog deutlich ofter lesen sollte- da kommt man echt auf Ideen.